Ambulanz für Tuberkulose und nichttuberkulöse Mykobakteriosen

Für Patienten mit Verdacht auf Tuberkulose oder gesicherter Tuberkulose bieten wir spezialisierte Diagnostik und Therapie in unserer Ambulanz an. Ebenfalls werden bei uns Patienten mit einer Infektion durch nichttuberkulöse Mykobakterien behandelt.

Was ist Tuberkulose ?

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete Erkrankung, welche durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (z. B. beim Husten). Eine Besonderheit bei der Tuberkulose ist, dass sich nach einer Infektion, zu der es aber nur bei ca. 10% der Kontaktpersonen kommt, entweder direkt eine aktive Tuberkulose entwickelt oder aber die Infektion in ein inaktives Stadium (latente Tuberkulose) übergeht, bei der es dann erst Jahre oder Jahrzehnte später zum Ausbruch der Krankheit kommen kann. Viele infizierte Menschen erkranken jedoch nie an aktiver Tuberkulose. Jeder dritte Mensch auf der Welt ist mit Tuberkulose infiziert.

Die Tuberkulose befällt vorrangig die Lunge, kann jedoch auch in anderen Körperregionen (Lymphknoten, Knochen, Harnwege, Darm) auftreten. Bei fortgeschrittener Infektion der Lunge kommt es zur „offenen“ Tuberkulose, d. h. der Erkrankte ist ansteckend. Eine Infektionsgefahr besteht dann insbesondere bei engem Kontakt in geschlossenen Räumen, wohingegen im Freien kaum ein Übertragungsrisiko besteht.

Kleine Kinder sind besonders anfällig für eine Tuberkulose. Deshalb stehen wir in engem Kontakt zur Kinderklinik, wo die kleinen Patienten untersucht und behandelt werden.

Wie wird die Diagnose gestellt und wie erfolgt die Behandlung ?

Ist die Lunge betroffen, besteht häufig Beschwerden wie bei einer Lungenentzündung (Husten, Fieber, Auswurf). Hinzu kommen Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Im Röntgenbild der Lunge ergeben sich meist charakteristische Hinweise auf eine Tuberkulose. Mittels einer Analyse des Sputums ergänzt durch Bluttests kann die Diagnose dann bestätigt werden. Manchmal ist zur Materialgewinnung für die Diagnostik auch eine Bronchoskopie erforderlich, die ambulant in unserer Bronchoskopieabteilung durchgeführt werden kann. Sind andere Organe betroffen, wird man versuchen Untersuchungsmaterial z. B. durch eine Punktion zu gewinnen. Das ist besonders wichtig, um durch ein Antibiogramm sicher zu sein, dass die zur Behandlung eingesetzten Medikamente auch wirksam sind.

Gelegentlich ist bei schwer kranken oder sehr ansteckenden Patienten zunächst auch eine stationäre Aufnahme zur Isolierbehandlung in unserer Klinik notwendig.

Die Behandlung erfolgt meist mit Tabletten und erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von sechs Monaten. Sofern keine Besonderheiten vorliegen, werden zu Beginn vier verschiedene Medikamente eingenommen, ab dem dritten Monat wird die Behandlung mit zwei Medikamenten fortgesetzt. In seltenen Fällen ist bei Nichtwirksamkeit der Standardtherapie (resistente Tuberkulose) eine medikamentöse Gabe über die Vene über mehrere Monate  notwendig. Auch diese Therapie können wir stationär oder wenn möglich auch ambulant durchführen.

Nach einigen Wochen ist der Erkrankte meist nicht mehr infektiös. Insgesamt bestehen heutzutage sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Wichtig ist jedoch die frühzeitige Erkennung der Infektion und die regelmäßige Medikamenteneinnahme. In der Überwachung der Therapie arbeiten wir eng mit den zuständigen Behörden zusammen.

Was versteht man unter einer Infektion mit nichttuberkulösen Mykobakterien?

Nichttuberkulöse Mykobakterien (NTM) sind sogenannte Umweltkeime. Sie kommen überall in der Luft, im Wasser und in der Erde vor. Es gibt weit über 100 Arten. Einige davon können Krankheiten beim Menschen verursachen, insbesondere dann, wenn ein geschwächtes Immunsystem oder eine vorgeschädigte Lunge zugrunde liegen. Meist ist die Lunge betroffen. Die Erkrankung ähnelt der Tuberkulose und wird auch ähnlich behandelt.

Leistungsspektrum:

    Die Diagnostik und Therapie der Tuberkulose erfordert besondere Erfahrung hinsichtlich der manchmal
    schwierigen Diagnosestellung. Hierfür steht ein erfahrenes Team zur Verfügung.

    • Beratung des Patienten zu Diagnostik und Therapie
    • Beratung zu Schutzmaßnahmen
    • Anpassung der Therapie bei Resistenzen oder Medikamentenunverträglichkeiten
    • Überwachung möglicher Nebenwirkungen
    • Unterstützung der Motivation bei langer Therapiedauer

    Wenn bei Tuberkuloseverdacht oder gesicherter Tuberkulose, können Sie oder Ihr behandelnder Arzt sich jederzeit an unsere Tuberkulose-Ambulanz wenden. Am besten kontaktiert Ihr behandelnder Arzt uns telefonisch um die Situation zu schildern und einen raschen Termin zu vereinbaren.

Bitte zum vereinbarten Termin mitbringen:

    • Überweisung für die Tuberkulose-Ambulanz (zwingend erforderlich)
    • Versichertenkarte
    • Medikamentenplan
    • Bei Erstvorstellung: alle Vorbefunde (Laborwerte, Arztbriefe, Röntgenbilder)

  • Kontakt

    Ambulanzzentrum Infektiologie/Pneumologie

    Med. Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie
    Charité-Universitätsmedizin Berlin
    Charité Campus Virchow-Klinikum
    Augustenburger Platz 1
    13353 Berlin

    Auf dem Campus: Eingang Südring 9, Station 59

    Anmeldung:
    Telefon: (030) 450 553 298
    Telefax: (030) 450 553 958

    Zum herunterladen und audrucken:
    Infektiologische Hochschulambulanz
    Ambulanzinformation als PDF

    Zum herunterladen und audrucken:
    Ambulanz-für-Tuberkulose-und-nichttuberkulöse-Mykobakteriosen.pdf
    Ambulanzinformation als PDF

    Zum Lageplan
  • Sprechstunden

    Termine nach Vereinbarung