Forschung in der Medizinischen Klinik m.S. Infektiologie und Pneumologie

Unser Ziel: Entwicklung neuer und Optimierung bestehender Therapien

An der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie befindet sich der einzige Lehrstuhl für Infektiologie in Deutschland, dem in besonderem Maße eine führende Rolle in Forschung, Lehre, Ausbildung und Patientenversorgung zukommt. Unsere wissenschaftliche Aufgabe ist es, durch Integration unserer Kernkompetenzen in den Disziplinen Infektiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin innovativ zum Wohle unserer Patienten zu forschen und somit einen Beitrag zum Fortschritt der Medizin zu leisten.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Ein besonderer Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Arbeit liegt auf dem Gebiet der Lungenentzündung (Pneumonie). Sie ist die häufigste Infektionskrankheit und eine sehr häufige Todesursache weltweit und in Deutschland. Zunehmende Antibiotikaresistenzen, eine älter werdende Bevölkerung und zunehmende Häufigkeit prädisponierender Erkrankungen und Therapien (Chemotherapie, Transplantation, Lungenerkrankungen, Beatmung u.v.m) führen zu weiter steigender Inzidenz und Bedeutung der Pneumonie. Weitere wissenschaftliche Schwerpunkte stellen infektiologische Erkrankungen (u.a. Malaria, HIV/AIDS), pneumologische Erkrankungen (u.a. Bronchialkarzinom, PAH, COPD, Asthma Bronchiale) und intensivmedizinische Herausforderungen (u.a. Sepsis, maschinelle Beatmung) dar.

Klinische Forschung

Insbesondere in den Bereichen HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria, Bronchialkarzinom, Sepsis, PAH, COPD, Asthma Bronchiale führt unsere Klinik seit vielen Jahren erfolgreich klinischen Studien durch.

Experimentelle Forschung

Unser experimentelles Forschungslabor stellt einen großen und erfolgreichen Bereich unserer Klinik dar. Die Arbeitsgruppen erhalten Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, von Stiftungen und von wissenschaftlichen Gesellschaften. Zur Anwendung kommen molekular- und zellbiologische Methoden, Gewebekulturen, Organmodelle und Mausexperimente, ergänzt durch „high-end“-Mikroskopie. Hierbei fühlen wir uns dem Tierschutz in besonderer Weise verpflichtet. Insbesondere Fragen zur Pneumonie und zur angeborenen Immunität der Lunge, sowie zu Impfstrategien, Beatmungsschaden, Sepsis, PAH, Asthma Bronchiale und Malaria werden experimentell untersucht.

Translationale Forschung – aus dem Labor zum Patienten

Zu den zentralen Aufgaben unserer klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit gehört die Translation von wissenschaftlichen Fragestellungen vom Patientenbett in das experimentelle Labor, ebenso wie von neuen Erkenntnissen vom Labor in die Klinik. Hierzu wurden mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung große Netzwerke gegründet, die Patientendaten und –proben sammeln, um die Pneumonie besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu identifizieren (z.B. Capnetz, PROGRESS). Ein weiteres Netzwerk integriert mithilfe mathematischer Algorithmen Daten aus Patientenproben mit Literaturwissen und experimentellen Erkenntnissen, um den Verlauf der schweren Pneumonie besser zu verstehen und zukünftig im individuellen Fall vorhersagen zu können (CAPSyS). Auch im experimentellen Labor liegt ein Schwerpunkt auf der Etablierung „kliniknaher“, für die Translation relevanter Modelle.

Unsere wissenschaftlichen Studien erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Instituten für Mikrobiologie, Virologie, Parasitologie, Physiologie, Anatomie, experimentelle Neurologie, Immunologie und anderen der Charité, sowie Max-Planck-Instituten, dem Robert-Koch Institut und zahlreichen weiteren regionalen, nationalen und internationalen Partnern.

Weiterführende Informationen:

DFG-Sonderforschungsbereich „Innate Immunity of the Lung“

Forschungsverbund CAPSYS – Systemmedizin der ambulant erworbenen Pneumonie

Eine Auswahl unserer Publikationen